Aktueller Hinweis:

Am 25. Oktober 2015 musste auf Anstrengung der grün-roten Landesregierung TransnetBW alle Anlagen-Daten, angeblich aus Datenschutzgründen, aus dem Internet nehmen. Die grün-rote Landesregierung will ganz offensichtlich verhindern, dass Bürger und Bürger-Initiativen weiterhin Einblick in das Desaster der baden-württembergischen Windkraft haben und die katastrophalen Ergebnisse nachschlagen und thematisieren können. Wir steuern hier wohl eindeutig auf eine DDR 2.0 zu, in der dem Bürger alle Informationen vorenthalten werden, die den Regierigen unliebsam sind. Man kann sich nur über unsere Medien wundern, die diese Datenzensur bislang in keiner Form thematisiert haben !

 

Erträge der Windkraft-Industrieanlage in Simmersfeld-Seewald

2006/2007 wurde die damalige baden-württembergische 'Vorzeige-Windkraftanlage' in Simmersfeld-Seewald mit 14 Windrädern ( 4 x Vestas 80, 10 x Vestas 90, Investitionsvolumen 40 Millionen Euro) mit je 2 MW Nennleistung in optimaler Höhenlage auf 840m üdM und günstiger Kammlage errichtet. Damit befinden sich die Naben auf nahezu 1000m über dem Meer.

Vom Projektplaner Altus, der auch die Straubenhardter Anlage plant, wurde nach Messung der Windhöfigkeit in einer niedrigeren Höhe und Extrapolation auf Nabenhöhe eine überaus optimistische Erwartung von 2.300 Volllaststunden Stromertrag im Jahr 'errechnet'. Demzufolge müsste die Simmersfeld-Seewalder Anlage jährlich 28 MW x 2.300 h = 64.400 MWh Strom erzeugen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt jedoch, wie die Realtiät in Simmersfeld aussieht: Von 2008 - 2013 erzeugte die Anlage mit tatsächlich 1409 Vollaststunden nur rund 60% der prognostizierten Strommenge und damit trotz der hohen Subventionierung von Windstrom statt geplanter Gewinne tatsächlich jährliche betriebswirtschaftliche Verluste in Millionenhöhe! Dazu kommen noch volkswirtschaftliche Verluste von über 2 Millionen Euro für die jährliche EEG-Förderung des geringwertigen Zufallsstroms, der an der Börse nur rund 10% der Kosten wieder erwirtschaftet:

 

Jahr

2008

2009

2010

2011

2012

2013

Durchschitt

 
 

Ertrag in MWh 1

44556

33784

34162

42331

42241

39687

39460

 
 

% der Prognose

69,2%

52,4%

53,0%

65,7%

65,6%

61,6%

61,3%

 
 

Auslastung Volllaststunden

1591

1207

1220

1512

1509

1417

1409

 
 

Auslastung %

18,2%

13,8%

13,9%

17,3%

17,2%

16,2%

16,1%

 

Altus hat aus den Erfahrungen zwischen Prognose und Realität in Simmersfeld offensichtlch den Schluss gezogen, dass in dem topografisch ungünstiger gelegenen Straubenhardt nun sogar 2.630 Volllaststunden zu erwarten seien? Zwar sind die geplanten Straubenhardter Anlagen mit 200m Höhe statt 170m und 1,2 facher Rotorfläche zwar etwas größer als die Simmersfelder Anlagen, bei vergleichbarer Windhöffigkeit werden die viel zu dicht geplanten Straubenhardter Anlagen sich gegenseitig den Wind nehmen. Mittelt man alle deutschen, überwiegend im windreicheren Norden gelegenen Windkraftanlagen, ergeben sich 1.550 Volllaststunden 2. Wieso nun ausgerechnet Straubenhardt derart aus der Masse nach oben ausreissen sollte, konnte der Projektplaner trotz wiederholter Nachfrage bei der Projektvorstellung am 29.07.2014 nicht begründen.

Wie wir in Gesprächen immer wieder feststellen, glauben manche Menschen, die Windkraft habe seit dem Bau der Simmersfelder Anlagen derartige Fortschritte gemacht, dass sich der Wirkungsgrad von Windkraftanlagen in den letzten Jahren wesentlich verbessert habe. Dies wäre zwar schön - ist aber nicht so! Allerdings lässt sich die Anzahl der Volllaststunden eines Windrades leicht dadurch steigern, dass man bei gleichen geometrischen Daten (Nabenhöhe, Rotordurchmesser) die elektrische Leistung des Generators reduziert (sog. Schwachwindanlagen). Durch zusätzliche Modifikation der Rotoren auf schwachen (energiearmen) Wind, lässt sich der Energieertrag bei geringen WIndstärken (dann, wenn der Wind wenig Energie enthält) zwar steigern, gleichzeitig verliert das Windrad aber auch Ertrag bei den höheren energiereichen Windstärken. Bei identischem Einsatz von Ressourcen für den Bau des Windrades ändert sich der elektrische Jahresertrag tatsächlich nur geringfügig, obwohl sich die Zahl der Volllaststunden (durch die geringere Nennleistung)  deutlich erhöht hat und bei oberflächlicher Betrachtung eine höhere Effizienz der Anlage suggeriert.

Da heute die besten Lagen für Windräder in Deutschland längst besetzt sind, verlagert sich die Windkraftindustrie zunehmend darauf, Anlagen für immer schlechtere Standorte, sprich Anlagen für immer uneffektivere Stromerzeugung zu bauen. Schließlich lässt sich durch die hohe Subvention der Windkraft noch immer viel Geld für die Anlagenbauer und Planer verdienen. So sind 3,0 MW eine für die 200m hohen für Straubenhardt geplanten monströsen Siemens-Anlagen eine reichlich dürftige Nennleistung für die Menge verbrauchter Natur. Bei den zu erwartenden Vollaststunden (2630h errechnete der Planer, 1742,3h errechnete die Bürger-Initiative), die jahresdruchschnittliche Leistung bei nur bei 900 kW (Planer) bzw. 600 kW (BI) liegt. Wie schon oben ausgeführt ist die Volllaststundenzahl, wenn auch allgemein üblich, ein sehr schlechtes Maß für die Bewertung der Energie-Effizienz von Windrädern. Sinnvoller wäre es, so wie jeder Unternehmer in einem nicht durch extreme Subventionen derart verzerrten Markt auch kalkulieren würde, die jährliche Stromerzeugung in Kilowattstunden je Euro Windradinvestition zu messen. Hier würde schnell sichtbar werden, dass Windkraft durch die enorme Massenfertigung zwar geringe Fortschritte erreicht hat, die wundersame Effizienzvervielfachung der sogenannten Schwachwindräder aber in das große Reich der Erneuerbaren Fabeln gehört.

Letztendlich kann ein Windrad theoretisch 59% in der Praxis aber prinzipiell nur maximal 50% der im Wind enthaltenen Energie entnehmen und deren Größe wird nur vom Rotordurchmesser und der Windgeschwindigkeit bestimmt.

 

1) Quelle: Öffentliche Einspeisedaten Transnet BW

http://www.transnetbw.de/de/eeg-kwk-g/eeg/eeg-anlagendaten?netzbetreiber=0&plz=72226&spannungsebene=0&inbetriebnahme=0&wind=1

 

2) 2012 waren in Deutschland WKA mit einer Gesamtleistung von 30.127 MW  installiert. Diese erzeugten 46.670.000 MWh Strom.

Das entspricht 1549 Volllaststunden oder einer Verfügbarkeit von 8760 Jahresstunden / 1549 Volllaststunden = 17,7 %.

Quelle: Energiewirtschaftliches Institut FH Aachen, Prof. Dr. Helmut Alt

http://www.alt.fh-aachen.de/downloads//Vorlesung%20EV/Hilfsb%20123-13%20Wind+Solarleistung%201-12%202012.pdf